Ganz viel klares Wasser und eine fantastische Aussicht

Mit Ranger Jörg Pahl über den Quellenweg Alme an der Sauerland-Waldroute

by  Julia Rohe , 23. Juni 2016
Ranger Jörg zeigt wilden Waldmeister
Ranger Jörg zeigt wilden Waldmeister  - © Julia Rohe

So ganz in Wanderstimmung ist das Wetter noch nicht, als wir Ranger Jörg Pahl und seinen Hund Carlos an unserem Treffpunkt an der Almer Schlossmühle antreffen. Von dem bisschen Regen lassen wir uns aber nicht abhalten und starten unsere Wanderung in Richtung der Almequellen. Ausgerüstet mit dem richtigen Schuhwerk und ein bisschen wetterfest gekleidet, machen wir unsere ersten Meter. Ranger Jörg weiß viel zu berichten und so legen wir schon nach ein paar Metern den ersten Stopp ein. Ein bisschen Naturkunde ist angesagt und so lernen wir die gerade erblühende Fauna des Sauerlands kennen – Sumpfdotterblume, Huflattich, Lungenkraut, Milzkraut und noch vieles mehr. Was uns trotz des trüben Wetters direkt ins Auge fällt, ist das sehr klare und saubere Wasser des Flusses Alme – man kann bis auf den Grund schauen.

Auf dem weiteren Weg gibt es noch viele Naturhighlights zu bestaunen, so zum Beispiel die Almequellen, die - wie der Ranger weiß -, sehr gutes trinkbares Wasser hervorbringen. Auch die Sumpflandschaft mit immer wieder kleinen Rinnsalen und Bächen ist sehr schön anzusehen. Neben vielen naturkundlichen Informationen über die Pflanzen und Bäume am Wegesrand, zeigt Ranger Jörg uns auch die von Menschen gemachten Besonderheiten am Weg. So zum Beispiel eine Wasserstelle, an der der flache Uferbereich die Kinder zum Spielen einlädt und die Eltern auf einer Bank davor zuschauen können. Da sich der Himmel doch etwas verdunkelt und auch ein paar Regentropfen fallen lässt, beschleunigen wir unseren Schritt ein wenig. Das hat auch Familie Reh bemerkt und kreuzt kurz unseren Weg, um dann wieder schnell im gegenüberliegenden Gebüsch zu verschwinden. Sowas erlebt man auch nicht jeden Tag. Weiter geht es nun Richtung Anstieg auf die Höhen von Alme. Immer wieder können wir am Wegesrand spannende Felsspalten, skurrile Bäume oder spezielle Pflanzen entdecken, die uns auch direkt vom Ranger erklärt werden. Der erste Anstieg auf dem nassen Boden gestaltet sich als kleine sportliche Herausforderung, die wir aber alle problemlos, wenn auch etwas aus der Puste, geschafft haben. Schon hier hat man tolle Blicke auf Erdformationen, die Ranger Jörg uns auch alle zu erklären weiß. Nachdem wir endlich oben angekommen sind, hat auch das Wetter Erbarmen mit uns und die Sonne kommt hervor - wie bestellt! Nachdem wir ein wenig weiter gehen, geschieht auf einmal die Sensation, die selbst einen gestandenen Ranger aus dem Konzept bringt. Zuerst ist es nur ein Waschbär, der im hohlen Baumstamm nach oben klettert. Bei genauerer Betrachtung können wir es dann sehen - eine Waschbärhöhle mit Jungen darin.

Nach diesem Ereignis fällt es allen schwer sich loszureißen, doch wir haben noch ein bisschen Wegstrecke vor uns. Nach weiteren Metern kündigen Ranger und Hund eine kleine Pause mit tollem Ausblick an. Hier am Kuckucksfelsen hat man einen fantastischen Ausblick über die Landschaft und die Wälder, natürlich muss man auch schwindelfrei sein um auf dem freistehenden Felsen im Wind zu stehen. Auch Hund Carlos freut sich über eine kleine Verschnaufpause und zusammen genießen wir alle den tollen Blick und jetzt wird noch deutlicher warum Ranger Jörg Pahl seinen Job so liebt. Nichtsdestotrotz müssen wir auch dieses tolle Fleckchen wieder verlassen und begeben uns nun auf den letzten Teil der Strecke. Und wie im Sauerland üblich – wo es vorher rauf ging, geht es auch irgendwann wieder runter. Auch hier zeigt der Ranger uns beeindruckende Dinge wie wilden Waldmeister, man muss allerdings auch ein bisschen Vertrauen bei den Dingen haben, die man auf der Wanderung so probieren kann. Als geübter Wanderer hat Jörg auch noch einen tollen Tipp wie man knieschonend und leichtfüßig den Berg wieder herunterkommt – „einfach tänzeln“, die Empfehlung eines alten Bergführers in den Alpen, die Ranger Jörg selbst während einer Tour bekommen hat. Für uns geht es nun abwärts durch junge Buchenwälder, in denen sich das Licht der Sonne verfängt und ein wirklich sehr schönes Bild abgibt. Nachdem wir wieder am Einstiegspunkt unserer Rundwanderung angekommen sind, testen wir noch einmal das gute Wasser der Alme. Letztes Highlight dieser Tour war für uns dann definitiv die Einkehr im Restaurant der Almer Schlossmühle - Sterneküche im Sauerland. Passend zur Spargelsaison wurden wir von Küchenchef Martin Steiner aufs herrlichste bekocht. Definitiv ein Tipp für alle Wanderer in der Region rund um Alme. So konnten wir eine wunderschöne Wanderung in tollem Ambiente und mit leckerem Essen ausklingen lassen.

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